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Präsentationsorte:

24. Mai bis 9. September 2016
cCe Kulturhaus Leuna
im mobilen Museum auf Achse

31. Oktober 2015 bis 3. April 2016
Henrichshütte Hattingen

1. November 2014 bis 28 Februar 2015
Phänomenta Flensburg

3. Februar bis 9. Juni 2013
Museumsdorf Baruther Glashütte

6. August bis 4. November 2012
Technische Universität Berlin
im mobilen Museum auf Achse

15. April bis 8. Juli 2012
Universität Bonn
im mobilen Museum auf Achse

18. September bis 11. Dezember 2011
Bergbau - und Industriemuseum Ostbayern, Theuern

22. Januar bis 25. April 2010
Industrie- und Filmmuseum Wolfen

24. Oktober 2009 bis 10. Januar 2010
Schloss Bruchsal

18. März bis 27. Juni 2009     
Universität Leipzig
im mobilen Museum auf Achse

12. April bis 30. August 2008

Friedrich-Schiller-Universität Jena
im mobilen Museum auf Achse

16. November 2007 bis 26. März 2008
Museum am Ginkgo, Heidelberg

14. August bis 20. Oktober 2007
ETH Zürich
im mobilen Museum auf Achse

16. Mai 2006 bis 4. August 2006
Universität Karlsruhe
im mobilen Museum auf Achse

10. Dezember 2005 bis zum 19. Februar 2006
Deutsches Hygiene-Museum Dresden




























 

Historischer Streifzug durch das chemische Labor

Die Ausstellung wurde vom Carl Bosch Museum Heidelberg als Wanderausstellung konzipiert.
Auf acht Themeninseln informiert sie über die Tradition chemischer Forschung und die
Herausbildung des chemischen Labors, beginnend bei der mittelalterlichen Probierkunst bis
zum futuristischen Theorie-Labor der Gegenwart. Sie versinnbildlichen Meilensteine aus der
Entwicklung wissenschaftlich-praktischer Tätigkeit.

Praxis Labor
Von Tiegeln, Probierscherben, Kupellen und Scheidekolben
Diese Station ist der mittelalterlichen “Probierkunst“ der Hüttenleute gewidmet. Sie entstand gemäß dem Sprichwort "Probieren geht über Studieren" als kostengünstige Probeherstellung im Kleinen für die handwerkliche Produktion im Großen. Typische Arbeitsmittel waren Tiegel zum Schmelzen der Erze und Metalle, Probierscherben und Kupellen zum Abtrennen der Edelmetalle vom Blei sowie Scheidekolben und kleine Destillationskolben. Die Probierkunst gilt als frühe Form heutiger Laborarbeit.
   
 
Praxis Labor
Von Phiolen, Brennkolben, Mohrenköpfen und Galeerenöfen
Auch in der praktischen Kräuterkunst wurden Verfahren ausprobiert. Ziel war, optimale Verfahren zur Gewinnung der in Pflanzen und Tieren enthaltenen medizinisch nutzbaren Stoffe zu entwickeln. Hierzu bediente man sich der Arbeitsmittel, die auch in der handwerklichen Produktion eingesetzt wurden: Phiolen zur Aufbewahrung flüchtiger Stoffe, Brennkolben und Galeerenöfen zur Destillation. Diese mittelalterlichen Produktionsstätten mit ihrer Probierkunst sind die Urzellen des chemischen Labors.
   
 
Denk-Labor
Alchemie auf Pergament mit Tintenfass und Gänsekiel
Schon während der frühen mittelalterlichen Entwicklungsgeschichte des chemischen Labors erfolgte eine erste Differenzierung der Labortätigkeiten. Die alchemistischen Theoretiker entfernten sich zunehmend von den praktizierenden Alchemisten. Aus dem Labor als Ort praktischer Arbeit wurde das Studierzimmer der alchemistischen Theoretiker. Dieser Arbeitsort war nicht mehr geprägt durch Retorten, Phiolen und Kupellen. Damalige Arbeitsmittel der spekulierenden Theoretiker waren: Pergament, Papier und Gänsekiel.
   
 
Probier-Labor
Von Goldsuchern und Porzellanerfindern
Der vorher präsentierten Arbeitswelt des theoretisierenden Alchemisten ist in dieser Station das Labor alchemistischer Goldmacher gegenübergestellt. Es ist eine geheimnisumwitterte Alchemistenküche, eingerichtet in schwer zugänglichen Kellerräumen mit offener Feuerstelle, gekennzeichnet durch verrußte Wände und vergitterte Fenster. Diese Station erinnert auch daran, dass Goldmacher oft unter Zwang an fürstlichen Höfen gehalten wurden und ihre Probierküche einem Gefängnis glich.
   
 
Wissenschafts-Labor
Vom Phlogiston zum Sauerstoff
Bis zum 19. Jahrhundert gab es den Beruf des Laboranten nicht. Praktiker des chemischen Gewerbes und Hobbychemiker, oft Mediziner, Theologen oder Juristen, experimentierten in technisch karg ausgerüsteten Arbeitsräumen. In dieser Entwicklungsepoche entstanden jedoch die neuen Arbeitsmittel und -methoden. Experimentieren wurde zum Hobby breiter Schichten und zentraler wissenschaftlicher Inhalt der aufklärenden Enzyklopädisten, so in Diderots Enzyklopädie, die 1762-1777 als erstes großes Sammelwerk erschien.
   
 
Forschungs-Labor
Vom Experiment zur wirtschaftlichen Nutzung
Mit Beginn des 19. Jahrhunderts stand nicht mehr das Probieren im Mittelpunkt der Laborarbeit. Das chemische Experiment als “Erkenntnismittel moderner Wissenschaft“ prägte nun die Laborarbeit. Das Labor erhielt für die industrielle Nutzung eine neue wirtschaftliche Bedeutung. So verwundert es nicht, dass Justus Liebig (1803-1873), “Vater der modernen Chemie“, nicht nur Chemiker, sondern auch Unternehmer war, der Chemiewerke gründete. Das Bild seines Münchner Labors bildet den Hintergrund dieser Station.
   
 
Forschungs-Labor
Von wissenschaftlicher Nutzung zum Experiment
Im Zuge der Arbeitsteilung verselbständigte sich im 19. Jahrhundert das Betriebslabor als Stätte der Arbeitsvorbereitung. Chemische Werke wurden zu Kumulationspunkten forschender Chemiker. Beide Stationen gewähren Einblicke in die neue Arbeitswelt im Wechsel zum 20. Jahrhundert: der Geburtsstunde des uns bekannten chemischen Labors, mit all den Glasgeräten, dem Bunsenbrenner und dem Reagenzglas. Eine umfangreiche Modellsammlung der Arbeitsmittel um 1900 erinnert den Besucher an den Einfallsreichtum und das handwerkliche Können jener Zeit.
   
 
Theorie-Labor
Erst mathematisch probieren, dann experimentieren
Die Differenzierung des Labors führte auch zur Herausbildung des Theorie-Labors, der Vorbereitungsstätte experimenteller Laborarbeit. Heute steht das fast menschenleere Untersuchungslabor für formalisierte Prozessabläufe mit hochentwickelter Labortechnik dem Theorie-Labor, geprägt durch den verstärkten Einsatz von Computern, diametral gegenüber. Ein Videofilm verweist auf die Monotonie der Roboterarbeit und am Computer können Besucher mittels moderner Programme ihre eigenen chemischen Fantasien virtuell entstehen lassen.